von Marius Schönherr

 

SG Selters II - VfL Eschhofen 4:0 (3:0).

 

Nach dem klaren 5:0-Heimsieg gegen die FSG Gräveneck/Seelbach geht es fünf Tage später in Oberselters gegen den VfL Eschhofen um die nächsten drei Punkte in den "Wochen der Wahrheit". Die SGS-Reserve hat zu jedem Zeitpunkt des Spiels alles im Griff und lässt den mehr als harmlosen Gästen keine Chance. Die miserable Chancenverwertung der Gastgeber, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht, verhindert womöglich einen zweistelligen Sieg. Der starke Fabian Fuchs sticht mit zwei Toren und einer Vorlage beim 4:0-Sieg heraus. 

 

Die Trainer Stefan Rieth und Stefan Kloft mussten die Startelf krankheits- und verletzungsbedingt auf zwei Positionen ändern: Conor Kriesche und Maximilian Stähler ersetzten Luis da Conceicao und Emre Can. Die SGS II, mit dem 5:0-Sieg vom Dienstag im Rücken, legte sofort los wie die Feuerwehr: Marvin Annecke Petri setzte sich auf der rechten Seite durch und legte auf Tom Rieth zurück, dessen Schuss aus kurzer Distanz jedoch geblockt wurde (7.). Als er fünf Minuten später jedoch von Fabian Fuchs bedient wurde, zappelte die Kugel nach dem Abschluss Rieths in der linken Ecke im Netz – 1:0. Neun Zeigerumdrehungen später war es der Vorlagengeber Fabian Fuchs, der über rechts „wie ein Messer durch warme Butter“ marschierte und ins lange Eck zum 2:0 vollstreckte (21.). Es war eine zweifelsohne verdiente Zwei-Tore-Führung für die Reservisten der SGS, die es jedoch in der Folgezeit verpassten, den Spielstand weiter in die Höhe zu treiben. Tom Rieth passte zu Kapitän Felix Vormann, der mit seinem Schlenzer beinahe den schönsten Treffer des Nachmittags erzielte, doch das Spielgerät landete auf dem Querbalken des VfL-Gehäuses (22.). Fünf Minuten später wurde es kurios, denn diesmal rettete das Aluminium gleich zwei Mal für die Gäste. Eine Ecke von Marvin Annecke Petri setzte zuerst Oliver Tausch per Kopf und Sekunden später Calvin Rossel mit dem Fuß an die Latte (27.). Die einzige Chance der Eschhöfer kam von Niklas Becker, der es schon fast aus Verzweiflung aus viel zu spitzem Winkel versuchte und das Außennetz traf (32.). Kurz vor dem Pausentee sorgte Marvin Annecke Petri für einige verdutzte Gesichter auf dem Oberselterser Sportplatz, als er in kürzester Zeit mehrere gute Chancen vergab. Nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld waren Calvin Rossel und Annecke Petri auf und davon, doch nach einem nicht ganz optimalen Zuspiel scheiterte der Stürmer ohne Gegnerdruck an Torhüter Marcel Weil (41.). 60 Sekunden später hieß es dann, nachdem der Ball nach tatkräftiger Unterstützung der Eschhöfer im Netz lag, aber doch 3:0. Marvin Annecke Petri scheiterte nach Zuspiel von Fabian Fuchs erneut am VfL-Keeper, der sich die Kugel dann aber "slapstickmäßig" selbst über die eigenen Torlinie bugsierte (43.). Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff vergab Annecke Petri erneut nach schönem Zuspiel von Felix Vormann und der Nachschuss von Maximilian Stähler ging per Bogenlampe über das Objekt der Begierde. Zur Pause gab es also aus Selterser Sicht wenig zu meckern, einzig die Vielzahl an ausgelassenen Großchancen brachte das Trainerteam um Stefan Rieth „auf die Palme“. 


Mit Beginn des zweiten Durchgangs konnte man nicht behaupten, dass die SG Selters II das Manko behoben hatte. Erneut spielten sich die Gastgeber gute Chancen heraus, das vierte Tor ließ aber auf sich warten. Felix Vormann (52.) und der eingewechselte Nico Rossel (45.) scheiterten knapp und noch nicht einmal ein Foulelfmeter von Oliver Tausch landete im Tor; Marcel Weil war beim Elfmeter sowie beim Nachschuss zur Stelle (58.), nachdem er Felix Vormann im Sechzehner zu Fall gebrachte hatte. Es musste also erneut Fabian Fuchs für das Tor sorgen: Betankt mit jeder Menge Selbstvertrauen aus den 68 gespielten Minuten zog er aus 22 Metern ab und traf ins kurze Eck zum überfälligen 4:0 (69.). Die beiden einzigen Möglichkeiten der Gäste entschärfte der ansonsten wenig geforderte Niklas Muth, als er einen zentral gelegenen Freistoß von Alexander Stahl hielt (70.) und sieben Minuten später mit dem Fuß zur Stelle war, als Marvin Gerhardt nach einem SG-Fehler flach abzog. 

 

Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Tim Dalef besiegelte eine rundum erfolgreiche Woche der SG Selters II. Mit einer Ausbeute von sechs Punkten und einem Torverhältnis von 9:0 startete man in eine extrem wichtige Phase der Saison. Die Mannschaft kompensierte einige Ausfälle, bediente sich nicht großartig bei ihrer spielfreien ersten Mannschaft und hält sich von den Abstiegsrängen fern. Am kommenden Sonntag empfängt - sollte der Ball weiter rollen - die SGS II zum nächsten Heimspiel den FC Dorndorf II.

 

Selters: Muth, Kriesche, C. Rossel, Freisinger, Fuchs, M. Stähler, Rieth, Vormann, Annecke Petri, Gattinger, Tausch (Heidrich, Grohmann, N. Rossel) - Eschhofen: Weil, A. Jung-König, Kielau, Leukel, Möller, Meyer, Becht, Krmek, Gerhardt, Becker, Stahl (D. Jung-König, Kaiser, Klemm) - SR: Tim Dalef (Hünfelden) - Tore: 1:0 Tom Rieth (13.), 2:0 Fabian Fuchs (21.), 3:0 Marcel Weil (43., ET), 4:0 Fabian Fuchs (69.) - Bes. Vorkommnis: Marcel Weil hält Foulelfmeter von Oliver Tausch - Zuschauer: 65.

von Marius Schönerr

SG Selters II – FSG Gräveneck/Seelbach 5:0 (1:0).

Nur zwei Tage nach der 0:3-Auswärtsniederlage bei der SG Nord beginnen für die Selterser Reservisten die Wochen der Wahrheit mit dem Spiel gegen die FSG Gräveneck/Seelbach. Nachdem man in der ersten Hälfte vor allem technisch kein gutes Bild abliefert, zeigt sich Selters II in der zweiten Halbzeit gewillt, die so wichtigen drei Punkte in der Heimat zu lassen. Die FSG, die sich im Spiel mehr und mehr aufgegeben hat, bekommt keine Chance. Der 5:0-Heimsieg geht auch in der Höhe in Ordnung. 

Das Trainerduo Stefan Rieth und Stefan Kloft tauschte ihre Start-Elf gleich auf sechs Positionen: In der Verteidigung ersetzten der wieder genesene Marcel Freisinger und Oliver Tausch Jonathan Grohmann und Conor Kriesche. Im Mittelfeld durften Calvin Rossel, Marvin Annecke Petri und Luis da Conceicao für Henning Gotthardt, Luca Jeck und Colin Jones ran, und Christian Roos machte in vorderster Front Platz für Tom Rieth.

In einer weniger ansehnlichen ersten Halbzeit bekamen Zuschauer bei regnerischer Witterung zwar ordentliches Tempo, dafür aber keinen guten Fußball zu sehen. Die in der Ballbesitz-Statistik leicht überlegenen Selterser zeichneten sich des Öfteren mit katastrophalen Fehlpässen sowie langen Bällen über die Seiten- beziehungsweise Torauslinie aus. Da auch der Gast spielerisch Schwierigkeiten hatte und dessen Torversuche meist an einem Selterser Bein hängenblieben, musste über eine halbe Stunde gespielt werden, bis aus der ersten guten Torchance direkt das erste Tor resultierte: Eine Flanke des starken Oliver Tausch fand zwischen zwei Verteidigern genau den Kopf von Tom Rieth, der mit seinem Abschluss ins linke untere Eck Torwart Lukas Hennemann keine Chance ließ – 1:0 (31.). Sieben Minuten später hatte Calvin Rossel die Chance, den Spielstand zu erhöhen, doch nach feiner Kombination zwischen Felix Vormann und Marvin Annecke Petri bekam der Mittelfeld-Akteur die Füße nicht sortiert und zielte vorbei. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff verzog Felix Vormann aus 18 Metern rechts am Kasten vorbei (42.).

Nachdem der Gastgeber gegen Ende der ersten Hälfte bereits langsam aus seinem Loch gekrochen kam, zeigte man sich in Halbzeit zwei nun endgültig torfreudig. Eine flankenreiche Phase der SG Selters II fand jedoch nur selten einen Abnehmer in der gefährlichen Zone. Unter anderem verpassten gleich zwei Mitspieler eine schöne Hereingabe Oliver Tauschs aus dem Halbfeld (46.) und in Minute 50 rettete Gabriel Kissel nach einer Ecke auf der Torlinie. Auch als 60 Sekunden später Calvin Rossel in exzellenter Position zum Volley ansetzte, flog die Kugel nicht in Richtung Tor. Die gefährlichste Situation der FSG Gräveneck/Seelbach verzeichnete Kapitän Marco Konrad, als er aus 17 Metern Torentfernung einen Flachschuss abfeuerte, den der an diesem Abend wenig beschäftigte SGS-Torhüter Niklas Muth aber mit einer Parade zur Ecke klärte (65.). Den torreichen Schlussspurt der Heimelf startete Marvin Annecke Petri in Minute 66: Calvin Rossel spielte mit einem feinen Ball den eingewechselten Yannik Walli frei, der zuerst am Pfosten scheiterte, jedoch im Nachsetzen den aufgerückten Marvin Annecke Petri bediente, welcher mit seinem Abschluss auf 2:0 stellte. 13 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit tauchte der Gast noch einmal im gegnerischen Sechzehner auf, doch Martin Stiller köpfte eine Ecke nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Als Oliver Tausch nach einer SGS-Ecke aus 28 Metern das Spielgerät im unteren kurzen Eck versenkte (82.), starteten turbulente Schlussminuten. Nur drei Zeigerumdrehungen danach trug sich auch Fabian Fuchs in die Torschützenliste ein. Nachdem er in der 72. Minute aus 12 Metern noch deutlich zu hoch zielte, traf er nach einem Doppelpass mit Marvin Annecke Petri, der die designierte FSG-Abwehr aushebelte, ins kurze Eck zum 4:0. Der Schlusspunkt war damit jedoch noch nicht erreicht, denn Marvin Annecke Petri, der an drei Toren direkt beteiligt war, sorgte für den Schlusspunkt: Fabian Fuchs passte auf Yannik Walli, der die Kugel uneigennützig auf Annecke Petri querlegte, und der Offensivakteur schoss aus abseitsverdächtiger Position eiskalt zum 5:0-Endstand ein (90.). 

Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Hans-Uwe Krämer war der erste Sieg in den „Wochen der Wahrheit“ amtlich - und das völlig zurecht. Die SGS II zeigte im ersten Durchgang sicherlich nicht, zu was sie fußballerisch im Stand sein kann, ließ ihrem Gegner jedoch vor allem in der Schlussphase nicht den Hauch einer Chance und feierte völlig verdient den vierten Heimsieg in dieser Saison.


Am kommenden Sonntag ist der VfL Eschhofen zu Gast in Oberselters.

Selters II: Muth, Freisinger, Fuchs, da Conceicao, Can, Vormann, Annecke Petri, Gattinger, Rieth, C. Rossel, Tausch (Walli, Schmidt) - Gräveneck/Seelbach: Hennemann, Oesterling, Finzel, Kissel, M. Schön, Konrad, A. Schön, Pitsch, Zanger, Sennlaub, Stiller (Frühwirth, Janssen) - SR: Hans Uwe Krämer (Hahnstätten) - Tore: 1:0 Tom Rieth (31.), 2:0 Marvin Annecke Petri (66.), 3:0 Oliver Tausch (82.), 4:0 Fabian Fuchs (85.), 5:0 Marvin Annecke Petri (90.) - Zuschauer: 80.

von Marius Schönherr

TuRa Niederhöchstadt - SG Selters 3:3 (2:2).

Nach dem hart umkämpften Auswärtssieg in Diedenbergen reist die SG Selters mutig zu TuRa Niederhöchstadt. Die nach tollem Saisonstart mittlerweile stark gebeutelten Eschborner machen es dem oftmals schlecht gestaffelten Aufsteiger schwer, doch auch die SGS hat ihre Phasen, in denen es nach einem Auswärtssieg aussieht. Am Ende sorgen die gegnerische Inkonsequenz vor dem Tor sowie ein Treffer in der Nachspielzeit dafür, dass die "Wassermänner" beim 3:3 einen Punkt entführen - es ist das siebte Spiel nacheinander ohne Niederlage.

Bereits nach drei Minuten entschied Schiedsrichter Michael Tonecker auf Elfmeter, nachdem Benjamin Maurer zu ungestüm in den Zweikampf mit Imran Barkok ging und ihn an der Grundlinie zu Fall brachte. Christian Hardt trat vom Elfmeterpunkt an und ließ Nicholas Schardt im SGS-Tor keine Chance – 1:0 (4.). Im weiteren Verlauf erspielten sich die Gastgeber immer wieder gefährliche Offensivaktionen. Selters kam im Zentrum nicht richtig in die Zweikämpfe, zwischen Mittelfeld und Angriff klaffte ein zu großes Loch und stark verteile Bälle auf die Außenpositionen machten der SGS-Verteidigung das Leben schwer. Doch wie aus dem Nichts schlug der Gast zurück: Dominic Voss bediente Rechtsaußen Justin Wolter, der mit einer scharfen Hereingabe Moritz Steul fand, welcher das 1:1 markierte (12.). Die SG Selters war also zurück im Spiel und prompt tat sich die Möglichkeit auf, in Führung zu gehen: Eine lange Ecke legte Dominic Voss per Kopf in den Rückraum und Philipp Freppon kam aus dem Gewühl heraus zum Abschluss, schoss jedoch genau auf den gegnerischen Torhüter Yanik Schumann (15.). Es war nun ein Spiel auf Augenhöhe, doch ein fataler Ballverlust auf Höhe der Mittellinie brachte die Heimmannschaft wieder in Führung. Fabian Fries tauchte nach einer starken Körpertäuschung alleine vor Nicholas Schardt auf und erzielte die zweite Führung an diesem Abend (22.). Glück für die „Wassermänner“, dass der gastfreundliche Turn- und Rasensportverein den Aufsteiger nach einem verunglückten Rückpass zurück ins Spiel brachte. Dominic Voss nahm das Geschenk an und traf zum 2:2 (41.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff war Justin Wolter wieder auf und davon, doch sein Pass in den Rückraum wurde vor dem einschussbereiten Moritz Steul geklärt - da war mehr drin (43.).

Selters riss das Spiel nach der Pause an sich und kesselte den Gastgeber in deren eigener Hälfte ein. Ein Abschluss von Samuel Stähler aus 20 Metern klärte TuRa-Torhüter Yanik Schumann zur Ecke (53.), zu mehr Torchancen kam es in dieser Phase jedoch nicht. Nach einer SGS-Ecke war plötzlich Dominik Raab nicht mehr zu stoppen, ließ die SG-Defensive nach einem Sprint über fast den ganzen Platz hinter sich und hämmerte die Kugel unter die Latte zum 3:2 (56.) - aus Selterser Sicht doch arg ärgerlich. In der Schlussphase stand der Gast aus Selters nun dauerhaft unter Druck und war nur selten in der Lage, sich zu befreien. TuRa Niederhöchststadt musste sich nach dem Spiel fragen, wieso man in diesem Spielabschnitt das Spiel nicht zu entscheiden vermochte. Zuerst verzog Imran Barkok nur knapp (74.), dann scheiterte Marius Antinac aus 17 Metern an Nicholas Schardt, der zur Ecke klärte. In den Schlussminuten stellte Trainer Patrick Jahn auf Dreier-Kette um, sollte doch zumindest noch ein Punkt mit in die Heimat genommen werden. Die weit aufgerückte Selterser Mannschaft war gewillt, noch ein Tor zu erzielen, ein Ballverlust ließ jedoch TuRa-Stürmer Fabian Fries alleine auf das Tor zulaufen, doch vor dem Keeper verlor er die Nerven und verpasste die Entscheidung (88.) - Dinge, die im Fußball nun mal bestraft werden können. Kurz nachdem der Unparteiische die dreiminütige Nachspielzeit angezeigt hatte, dominierte Dominic Voss nach Zuspiel von Maximilian Stähler die Kugel im Strafraum und passte auf Spielertrainer Moritz Steul - plötzlich zappelte das Netz, der Ausgleich war erzielt und zugegebenermaßen wusste niemand so recht, warum (90.+1). Die Tugend der Selterser Mannschaft, sich niemals aufzugeben und bis zur letzten Minute zu kämpfen, war wohl verantwortlich dafür, dass man aus einer zumeist aussichtslosen zweiten Halbzeit noch etwas Positives mitnehmen durfte. 

Nach Abpfiff von Schiedsrichter Michael Tonecker, der mit seinem Gespann einen guten Job verrichtete, konnten sich ausgelaugte SGS-Akteure über den nächsten Punktgewinn freuen, eine große Begeisterung war jedoch nicht zu sehen, zu anstrengend waren die 90 Minuten und die letzten Wochen. Durch die Spielabsetzung am kommenden Sonntag können sich die Spieler auf eine freie Woche freuen, um den Akku wieder aufzuladen.  

Niederhöchstadt: Schumann, Yüksel, Krekovic, Caliskan, Zaluk (80. Conan), Barkok, Fries, Antinac, Raab, Mansouri (42. Gheorghe), Hardt (43. Fischer) - Selters: Schardt, Müller, Toffeleit, S. Stähler, Freppon (63. da Conceicao), Maurer, Steul, Pabst (81. Rieth), Vollbracht (30. M. Stähler), Voss, Wolter - SR: Michael Tonecker (Altenstadt) - Tore: 1:0 Christian Hardt (17., FE), 1:1 Moritz Steul (12.), 2:1 Fabian Fries (22), 2:2 Dominic Voss (41.), 3:2 Dominik Raab (56.), 3:3 Moritz Steul (90.+1) - Zuschauer: 0.

 

von Marius Schönherr

SG Nassau Diedenbergen – SG Selters 2:4 (1:2). 

Nachdem die SG Selters mit dem 1:1 gegen die TSG Wörsdorf im fünften Spiel nacheinander ungeschlagen bleiben konnte, geht es für die "Wassermänner" zum Aufsteiger-Duell zur SG Nassau Diedenbergen. Die SGS liefert dort sicherlich nicht ihr bestes Spiel ab, kann aber die Effektivität aus den letzten Wochen noch weiter steigern und verteidigt unermüdlich gegen einen Gegner, der sich am Ende über sich selbst ärgern muss, mit null Punkten aus diesem Spiel zu gehen. Der 4:2-Auswärtssieg schraubt das Punktekonto auf fast schon unglaubliche 16 Zähler hoch. 

Patrick Jahn und Moritz Steul änderten ihr Team auf einer Position: Mark Freihube ersetzte den abwesenden Jan Hendrik Pabst im zentralen Mittelfeld. Nach nicht einmal 60 Sekunden wurde es brenzlig, als Darko Milicic einen Freistoß aus spitzem Winkel aufs Tor zog und Mark Freihubes Rettungsversuch den Ball beinahe unter die Latte beförderte; stattdessen gab es nur den ersten von zahlreichen Eckstößen für die SG Nassau. Nur drei Minuten später nutzte der Gast aus dem Taunus die erste sich bietende Torchance auf der anderen Seite: Samuel Stähler erkannte die zu weit aufgerückte Abwehr und entsendete einen klugen Steilpass in Richtung "Sturm-Opa" Dominic Voss, der dem herauslaufenden Keeper Frederick Hiebinger keinerlei Chance ließ und in Knipser-Manier vollstreckte - 0:1 (4.). Die Führung für die SG Selters, die aufgrund der hohen Corona-Zahlen im Main-Taunus-Kreis auf jegliche Fan-Unterstützung verzichten musste, tat der ganz in weiß gekleideten Elf jedoch nicht gerade gut. Zahlreiche – vor allem in der Rückwärtsbewegung – taktische Undiszipliniertheiten sowie Fehlpässe luden die Hausherren dazu ein, ihr von kurzen Pässen geprägtes Spiel aufzuziehen. Glück für die SG Selters, dass Diedenbergen eine lange Zeit vor allem an sich selbst scheiterte und nur wenige hochkarätige Torchancen herausspielte. Nach einer knappen halben Stunde war es dann aber soweit, nach einem folgenschweren Fehlpass war der an diesem Nachmittag beste Heim-Akteur, Timo Grünewald nicht mehr zu stoppen und erzielte den Ausgleich (27.). Ein Team, dass mit solch einem Rückenwind aus den letzten Spielen angetreten war, ließ sich jedoch nur ungern aus dem Konzept bringen und schlug nur sechs Minuten später wieder zurück. Kapitän Samuel Stähler gewann einen enorm wichtigen Zweikampf im Mittelfeld, spielte die Kugel zu Dominic Voss, der mit feinem Auge Philipp Freppon auf die Reise schickte. Der Linksaußen, bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz im Spiel angekommen, blieb vor dem gegnerischen Torhüter cool und erzielte mit seinem sechsten Saisontor die zweite Führung an diesem Tag (33.). Unmittelbar vor dem Pausentee wurde es dann aber auf der gegenüberliegenden Seite noch einmal kritisch: Zuerst scheiterte Darko Milicic nach einem langen Ball und der Kopfball-Vorlage Abdelilah Bentaayates nur knapp (42.), keine Minute später rettet das Aluminium, als Timo Grünewald sich beinahe über sein zweites Tor freuen durfte (43.), und kurz darauf ging ein abgefälschter Schuss von Kapitän Marcel Friedrich nur knapp vorbei (44.). 

Die „Wassermänner“ kamen besser aus der Kabine, vor allem die Einladungen in Richtung Heimmannschaft wollte man unbedingt vermeiden. Schade, dass Justin Wolter die Führung nicht in die Höhe trieb, als er nach einem diagonalen Ball von Nils Toffeleit neben den rechten Pfosten ans Außennetz zielte (48.) und nach einer Stunde an Torhüter Hiebinger scheiterte. Die letzte halbe Stunde wurde für das Steul/Jahn-Team zur Abwehrschlacht. Diedenbergen war quasi dauerhaft im Ballbesitz und die SGS kam nur schwer aus der eigenen Hälfte heraus. In Minute 61 hielt Nicholas Schardt gegen Darko Milicic, 120 Sekunden später bewahrte Innenverteidiger Richard Müller im Fünfmeterraum sein Team vor dem Ausgleich. Nachdem der starke Echhard Weller in der 65. Minute nach einer Ecke noch zu zentral abschloss, visierte er drei Zeigerumdrehungen später ungestört den linken Winkel an und traf aus 22 Metern ebenso sehenswert wie wuchtig zum 2:2 (68.). Bitter für die Gäste, die nun nach zweimaliger Führung um den Punkt bangen mussten, der ihr bis dahin noch zugestanden hatte. Elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit tauchte die Offensive der SGS dann aber auch noch einmal gefährlich in der gegnerischen Hälfte auf: Dominic Voss schickte Justin Wolter auf der rechten Außenposition, dessen scharfe Hereingabe in die nicht von SGS-Akteuren besetzte Zone vor dem Tor brachte Keeper Frederick Hiebinger in die Bredouille. Sein Klärungsversuch landete bei Moritz Steul, der den nicht einfach zu kontrollierenden Ball zur erneuten Führung im Netz versenkte (79.). Kurz vor dem Ende blockte die Mauer einen von Luis da Conceicao getretenen Freistoß so unglücklich ab, dass die Kugel Justin Wolter vor die Füße fiel und Bruchteile einer Sekunde später auch schon im Netz lag (89.) - fünf ernsthafte Torschüsse, vier Tore. Effektiver geht es kaum. 

Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter David Bischoff, der bei seinem neu zusammengestellten Gespannt desöfteren nachjustieren musste, jedoch alles in allem einen guten Job verrichtete, feierten die Selterser die nächsten drei Punkte des Willens. In einem Spiel, in dem man sicherlich nicht vieles richtig gemacht hatte, behielt man am Ende trotzdem die Oberhand und sicherte sich mit dem fünften Sieg einen einstelligen Tabellenplatz. Ein gutes Pferd springt nun mal nur so hoch wie es muss - im Gefühl des Sieges kann man das so sehen - und blickt nun erwartungsvoll auf die kommende Aufgabe am Mittwoch bei TuRa Niederhöchststadt. Die SG Nassau Diedenbergen, die tief im Tabellenkeller stecken bleibt, lieferte wahrlich keine schlechte Leistung ab, brachte sich aber irgendwie auch selbst um den Lohn.

Diedenbergen: Hiebinger, Finger, Weller, da Giacomo (61. Meyer), Friedrich (70. Baer), Grünewald, Milicic, Derevenko, Bentaayate, Sorihashi, Korominas (79. Kayser) - Selters: Schardt, Müller, Toffeleit, Freihube, S. Stähler, Freppon (74. da Conceicao), Maurer, Steul, Vollbracht, Voss (81. Rieth), Wolter - SR: David Bischoff (Schotten) - Tore: 0:1 Dominic Voss (4.), 1:1 Timo Grünewald (27.), 1:2 Philipp Freppon (33.), 2:2 Eckhard Weller (68.), 2:3 Moritz Steul (79.), 2:4 Justin Wolter (89.) - Zuschauer: 30.

   

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